Termine

45 Jahre Seniorenspielmannszug Recke-Langenacker

Gründung des Spielmannszuges       

Auf der Generalversammlung des Bürgerschützenvereins "Zur grünen Heide" am 29.06.1952 wurde beschlossen, einen Spielmannszug zu gründen. Hauptinitiatoren waren die Schützenbrüder Gustav Möllenkamp und Georg Baumann. Diese beiden nahmen Kontakt mit dem Musikzug Westerkappeln auf, der sich dann nach kurzen Verhandlungen bereiterklärte, Gründungshilfe zu leisten. Unter eifriger Vorarbeit der oben Genannten kamen schon zur ersten Versammlung am 13.07.1952 fünfzehn Jugendliche zusammen, um dem Spielmannszug beizutreten. Einige von ihnen hatten schon an einer Probe in Westerkappeln teilgenommen. Richard Otte und Josef Kahlert übernahmen die erste Ausbildung der noch unerfahrenen jungen Spielleute.

Auf der Versammlung des BSV am 10.08.1952 wurde beschlossen, Instrumente für den jungen Verein zu beschaffen. Geld war ja leider immer knapp und deshalb war eine Spendenaktion oder besser - eine Haussammlung erforderlich. Diese erbrachte die stolze Summe von 489,00 DM. Weiter wurden gestiftet von Frau Füsting, Alfons Esselmann, Otto und Josef Strootmann je eine Marschtrommel und unser erster Vorsitzender Anton Stockmann stiftete eine Flöte. Die große Trommel wurde dann noch von den Gebrüdern Hillebrandt gestiftet, die zeitweise mit 5 Mann im Spielmannszug vertreten waren.

Als Grundausstattung waren dann 13 Flöten, 5 Marschtrommeln, 1 Beckenpaar und die große Trommel vorhanden. Mit Feuereifer ging es jetzt zur Sache. Schon auf dem Winterfest am 7. Oktober 1952 hatte der junge Verein seinen ersten Auftritt und spielte den Torgauer Marsch in schnittiger Weise, wie unser erster Schriftführer Josef Göcke protokollierte. Erster Tambourmajor des jungen Vereins war Reinhold Blome und erster Vorsitzender Georg Bäumer, der dann auch nach 10 Jahren den Tambourmajorstab übernahm. Stellvertreter waren auch bald erforderlich. Diese waren Alois Voss und Gregor Oelgemöller. Die erste einheitliche Uniform bestand aus einer schwarzen Hose mit weißer Weste. Schon bald kamen die Ausbilder aus den eigenen Reihen. Geübt wurde immer unter erbärmlichen Verhältnissen. Im Anfang in der Gaststätte Füsting oder bei Oelgemöllers in der Küche. Das Marschieren wurde in der Dunkelheit geübt, weil keiner eine Ahnung vom Gleichschritt hatte. Wenn aber einmal tagsüber marschiert wurde, hatten die Neider den Mund voll: "Haben die denn sonst nichts zu tun".

Eine Anekdote, die aus der Chronik hervorgeht, ist es Wert, hier eingeflochten zu werden. Beim ersten Schützenfest (Montags) hatte die Kapelle Brukwicki keinen Paukenschläger, es wurde einer von den jungen Spielern gesucht, aber keiner war bereit, bis dann der Geigenspieler Hugo bestellt wurde, aber auch das ging daneben, weil er dem Marschtakt nicht gewachsen war. Zum Glück ist das heute nicht mehr denkbar.

Ab 1953 waren dann die jungen Spielleute fester Bestandteil des auch noch jungen Schützenvereins. In 1953 wurde dann noch aus der Flötengruppe eine Fanfarengruppe herausgelöst. Zu dieser gehörten: Heinrich Brönstrup, Emil Hartke, Emil Ruthenschrör und Hermann Brönstrup. Erster Ausbilder dieser Gruppe war Gerd Lange von der Kapelle Brukwicki. Schon nach einem Jahr kamen die Ausbilder aus den eigenen Reihen. Große überörtliche Auftritte hatte der junge Verein zu bestreiten. Als erstes das Kreisheimatschützenfest in Tecklenburg. Größter Publikumsliebling war immer der 10-jährige Trommler Hubert Hillebrandt. Obwohl er große Mühe hatte, mit der Trommel zu marschieren, meisterte er es jedesmal mit Bravour. Und weil aus Kindern Leute werden und Leute auch älter, mußte man für Nachwuchs sorgen. Aus diesem Grunde wurde am 19. Mai 1972 nach vielen Vorbereitungen der Jugendspielmannszug gegründet. Bei den Gründern Gregor Oelgemöller, Hermann Brönstrup und Georg Bäumer lag dieses Vorhaben in guten Händen. Viel Kleinarbeit war zu leisten und viel Freizeit war zu opfern. An dieser Stelle ohne viel Worte, ein herzliches Dankeschön.

Der Schwerpunkt dieser 3 Genannten lag in der Ausbildung der jungen Spielleute. Zu Anfang mußten 34 Musiker ausgebildet werden, welches ohne Arbeitsteilung nicht zu bewältigen gewesen wäre. Die Ausbildung der Flötenspieler übernahm Gregor Oelgemöller, Hermann Brönstrup war für die Fanfarenspieler zuständig und Georg Bäumer übte zu Anfang mit den Trommlern. Dieses Trio war auch gleichzeitig der Vorstand, 1. Vorsitzender war Georg Bäumer. Auch Emil Hartke war einige Jahre als Ausbilder tätig.

Auf dem Schützenfest 1973 hatte dann der Jugendspielmannszug unter der Schirmherrschaft der Senioren die Feuertaufe zu bestehen. Es war ein voller Erfolg, denn die jungen Spielleute mit den schmucken Uniformen hatten sich sofort in die Herzen der Zuschauer gespielt und sind seitdem nicht mehr aus dem gesamten Schützenvereinswesen wegzudenken. Erster Tambourmajor der jungen Spieler war Georg Bäumer. Nach 2 Jahren übernahm Marion Windoffer dieses Amt. Und wie das Leben, so ist auch das Vereinsleben wechselhaft. Nach Marion Windoffer folgte Silvia Bruns, Marianne Riedel, Anja Schürbrock, Birgit Bruns, Anja Tietmeyer, Bianca Brönstrup, Silke Bosse und jetzt ist es mit Christian Kleine wieder in Männerhand.

Weil auf den Festen immer mehr Blasmusik gefordert wurde, entstand 1974 eine Bläsergruppe unter der Leitung von Hermann Brönstrup. Er zeichnete auch für die Ausbildung und Betreuung verantwortlich. Die Ausbildung, wie schon erwähnt, wurde zuerst immer in mageren Räumlichkeiten durchgeführt. Aber als dann 1984 der alte Schießstand zum Clubhaus des nun schon zum Musikzug gewachsenen Vereins umfunktioniert wurde, änderte sich dieses schlagartig. In den Wintermonaten stellt die Gemeinde den kleinen Bürgersaal zu Übungszwecken zur Verfügung. Nach 8 Jahren erfolgreichen Wirkens wurde vom Jugendmusikzug ein eigener Vorstand gewählt. Erster Vorsitzender wurde Josef Üffing, Stellvertreter Werner Riedel, Schriftführerin Annegret Bäumer und Angelika Meimann, Kassierer Laurenz Brink und Klemens Brügge. Als Sprecher für die einzelnen Sparten wurden, Martin Giese für die Trommler, Annegret Hartke und Ingrid Giese für die Flöten und Renate Bäumer für die Trompeten, bestellt. Karteiführer wurden Monika Meimann und Sigrid Büscher. Weil der Verein immer stärker wurde, mußte auch für Betreuer gesorgt werden. Diese ehrenvolle und wichtige Aufgabe übernahmen: Margret Bäumer, Margret Attermeyer, Erika Brönstrup und Erika Lah. Dieses Team ist bis heute erfolgreich tätig. Alle Gönner und Förderer hier aufzulisten, würde den Rahmen sprengen, und zu schnell würde jemand vergessen.

Schon nach ein paar Jahren kamen aus dem Munde unseres damaligen Bürgermeisters Martin Stroot die Worte "das der Jugendspielmannszug aus dem kulturellen Leben der Gemeinde nicht mehr wegzudenken sei". Denn die Auftritte des heutigen Musikzuges sind sehr vielseitig. Auf den Schützenfesten in der näheren und weiteren Umgebung, bei den Heimatschützenfesten, auf Karnevalsveranstaltungen und Rosenmontagsumzügen, St.-Martins Umzügen und auch bei örtlichen und überörtlichen Ständchen zu Ehren von Jubilaren, Brautpaaren und Geburtstagen wird aufgespielt. Die Kirchenmusik gehört ebenso zum Programm, was durch die Teilnahme an den Fronleichnamsprozessionen und den ökomenischen Gottesdiensten zum Ausdruck kommt. Des weiteren sind zu nennen, der gemeinsame Auftritt mit dem Musikzug Espel 1993 in der Patenstadt der Gemeinde Recke, Ommen/Holland. Aber der Höhepunkt aller bisherigen Veranstaltungen war wohl die Teilnahme am Schlesiertreffen 1977 in der Essener Gruga-Halle. Diese Teilnahme ist und bleibt ein unvergeßliches Erlebnis für die jungen Spielleute. Aber nicht nur die Pflicht zum Musizieren hält die jungen Musiker zusammen, auch das gesellige Leben im Verein kommt nicht zu kurz. Alle 2 Jahre im Wechsel findet ein Ausspannen im gemeinsamen Zeltlager oder eine Fahrt ins Blaue statt. Auch gemeinsame Besuche der Eissporthalle und Radtouren mit anschließenden Grillabenden stehen auf dem Programm. Diese Veranstaltungen werden natürlich auch häufig mit der Musik verbunden, indem dabei meistens ohne Instrumente altes Liedgut gepflegt wird. Auch die jährlichen Weihnachtsfeiern mit den Familienangehörigen tragen zum guten Vereinsklima bei.

Zum Schluß bleibt noch eine Bitte an die Eltern, daß sie weiterhin bereit und willig sind, ihre Kinder zum Musizieren anzuhalten, um den Fortbestand der Musikgruppe zu gewährleisten.

Ich wünsche dem Musikzug Recke-Langenacker weiterhin viel Freude am Musizieren und immer ein "Gutes Spiel".

 

Zusammengestellt von August Büscher im Jahr 1997 anlässlich des 45-Jährigen Bestehens des Spielmannzugs.